Wimbledon-Finale 2016: Raonic bald auch mental bereit für einen großen Titel?

Die Süddeutsche Zeitung schreibt: Mental Coach, Ernährungsberater und Physiotherapeuten  gehören schon lange zu seinem Team, schon zu einem Zeitpunkt, als er sie sich noch gar nicht richtig leisten konnte. „Ich habe keine Kosten gescheut, um das Beste aus mir herauszuholen“.

Milos Raonic analysiert und plant seine Tennis-Laufbahn mit einer für einen 25-Jährigen erstaunlichen Tiefe und Konsequenz.  Der vorletzte Vorbereitungsschritt auf dem Weg zur Nummer eins war im vergangenen Jahr die Verpflichtung von Carlos Moya. Der Spanier, ehemals Nummer eins der Welt, verfeinerte sein taktisches Spiel. Nun ist McEnroe dazugekommen, der im Mentalen das allerletzte Mosaiksteinchen gefunden hat.

Der ehemalige Wimbledon-Champion John Mc Enroe analysierte, Raonic verliere zu viel Energie beim Versuch, in den entscheidenden Spielphasen seine Emotionen zu unterdrücken. „Ich sage ihm immer: Steh dazu, dass du Druck spürst, steh zu deinen Gefühlen, und nutze sie.“ Der Kanadier bestätigt, dass ihm genau dieser Hinweis in Wimbledon weitergeholfen hat. „Die großen Momente in einem Spiel gingen einfach so an mir vorüber. Jetzt spiele ich sie viel bewusster, viel aktiver. Nervosität ist für mich ein gutes Gefühl, es lässt mich aggressiver spielen. Ich neige dazu, mich in meine Schale zurückzuziehen.“

Das bedeutet nicht, dass Raonic jetzt auf dem Platz herumschreien oder ständig mit geballter Faust herumlaufen soll. Das entspräche nicht seinem Charakter. Aber er schaffte es, gegen Federer im vierten Satz eine Präsenz und Unbeugsamkeit zu vermitteln, obwohl die Begegnung gegen ihn zu laufen schien. „Mental war das bestimmt das beste Spiel meiner Karriere. Ich gab Federer nie das Gefühl, mich am Kragen zu haben, obwohl ich in manchen Phasen wirklich nicht gut spielte. Und als er mir plötzlich Ende des vierten Satzes Chancen gab, war ich bereit, sie wahrzunehmen.“

Raonic ist noch nicht ganz reif für einen Grand-Slam-Titel, aber was er aus seinen Möglichkeiten herausholt ist erstaunlich.

Wir werden sehen, wie es mit ihm weitergeht!

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